20 Jahre später

20 Jahre später

Vor ein paar Wochen habe ich gemerkt: Eigentlich habe ich wieder Lust, einen Blog zu betreiben. Nur stellte sich die Frage: Altes wieder aus der Schublade holen oder neu anfangen? Ich habe mich für den Neuanfang entschieden – auf meinem Haupt-Blog bleibt es bei aktuellen Themen. Oder wahrscheinlicher: neu geschriebenen Texten zu meinen alten Evergreens.

Die Geschichten, die hier auftauchen werden, waren damals zwar ein Teil meiner Online-Welt, aber sie passen – 20 Jahre später – nicht mehr dorthin. Die meisten Texte habe ich seit damals nicht mehr angerührt. Aber ich habe das Gefühl, dass ich es meinem jüngeren Ich schulde, seine Geschichten nicht einfach verschwinden zu lassen. Im Großen und Ganzen sind es Rohfassungen und sprachliche Experimente. Manche charmant, viele holprig – und ehe sie reifen konnten, habe ich die imaginäre Schreibmaschine wieder in die Ecke gestellt.

Was lange währt, wird auch bald enden

Trotzdem mochte ich einige der Geschichten sehr gern – und außerdem wollte ich endlich die Domain nutzen, die ich schon damals für diesen Zweck registriert hatte: Mad-Stories.com.

Ich veröffentliche diese Relikte nicht „pur“, sondern jeweils mit einer kurzen Einordnung und einem kurzen Kommentar aus heutiger Sicht. Mein halbes Leben liegt zwischen damals und heute. Das geht nicht ganz ohne Selbstreflexion. Aber ich will sie gar nicht feintunen oder optimieren – darum bleiben sie in der bestehenden Form bestehen. (Ausnahme nach längerem Überlegen und Testen: Tippfehler werden korrigiert, zudem wären Absätze für eine bessere Lesbarkeit auf dem Handy sinnvoll.)

Darum ist das auch ein spannendes Projekt für mich: Wiederzuentdecken, was ich damals geschrieben habe. Und somit ist das Projekt auch endlich. Denn der Fundus an Geschichten ist überschaubar. Ob ich irgendwann nochmal neue Geschichten schreibe? Vielleicht. Sag niemals nie. Aber wetten würde ich nicht drauf.

„Kranker Scheiß!“

Eine kleine Anekdote von damals will ich aber noch erzählen: Bevor ich meine Geburtsstadt verlassen habe, wollte ich meiner alten Deutschlehrerin – die mich immer zum Schreiben ermutigt hatte – ein Ringbuch mit allen meinen Texten überreichen. Das Binden hat ein Mitazubi meiner damaligen Freundin übernommen. Kaum 18, null Bezug zu Literatur. Umso überraschter war ich über sein Feedback: Er hatte alles gelesen, rund 80–100 Seiten, und meinte nur: „Kranker Scheiß!“

Das hat mich damals wie heute berührt – und es gibt den Ton für diese Seite ganz gut vor. Leichte Kost ist hier wahrscheinlich selten.
Geplant ist eine Geschichte pro Woche, bis es keine mehr gibt.

Darum: Willkommen auf MAD STORIES – und viel Spaß bei dieser kleinen persönlichen literarischen Zeitreise!

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